Die folgenden Gedichte & Gedanken
sind mein geistiges Eigentum.
Möchtet ihr eines oder mehrere
meiner Gedichte verwenden, bitte ich euch,
mich VORHER um Erlaubnis zu fragen.
Hiermit möchte ich noch eine "Triggerwarnung" aussprechen:
Viele meiner Gedichte beinhalten folgende Themen:
Tod, Schmerz, Suizid, Religion, Krieg, Sexualität, Gewalt,
Realität.
Bitte die folgenden Inhalte daher VERANTWORTUNGSVOLL konsumieren!
MÖGE EUCH DAS EINE ODER ANDERE WERK INSPIRIEREN
UND ZUM NACHDENKEN ANREGEN.
VIEL VERGNÜGEN BEIM LESEN!
2024
DIE GENIALEN DINGE
Flirrende Luft, kannst du sie fühlen
Dies ist die Zeit, in der sie uns belügen
Wir bekommen nichts mit, dies ist der Preis
Denn auf der Welt ist es einfach zu heiß
Sollten wir uns dagegen wehren?
Macht es noch Sinn?
Ihr mit euren verdammten Gewehren
Seht doch nur im nächsten Toten einen Gewinn
Dieser rote Faden muss durchtrennt werden
Denn ansonsten werden wir alle sterben
Versprechen wurden mehrfach gebrochen
Düstere Dinge sind ans Tageslicht gekrochen
Müssen wir wirklich lernen, damit umzugeh´n
Oder werden wir eines Tages alles wieder versteh´n?
Ich glaube tief und fest an das Licht
Kann es in der Ferne seh´n
Die menschlichen Ungeheuer machen ihre Gedanken dicht
Doch wir können den Weg der Hoffnung geh`n
Sterne, Himmel, Regenbogen
Für diese Fantasie wurde ich nicht erzogen
Realität, Arbeit, der tägliche Fleiß
Und mit dem Alter erhältst du deinen Preis
All die genialen Dinge
Hast du dann leider nicht erlebt
Denn du hast immer nur
Nach Arbeit, Geld und dem Materiellen gestrebt
JETZT IST ES ZU SPÄT
VIEL
ZU
SPÄT
ICH MÖCHTE MEHR
Wenn ich weine
Dann nur leise
Still und leise
Draußen der Regen
Hämmert ans Fenster
Ich sehe Gespenster
Irgendwann waren wir Eins
Jetzt nicht mehr
So sehr
Glaub es mir, es tut weh
Dich so zu seh`n
Uns nicht mehr zu versteh`n
Einst waren wir Eins
Jetzt nicht mehr
So sehr
Vielleicht nie mehr
Ich möchte mehr
GLÄSERE SKLAVEN
Ich blicke auf die Menschheit
Sie ist so voller Lügen
Voller Gram, Scham, Schatten und Zerstörung
Der Blick auf sich selbst
Ist durchtränkt mit Zweifel
Was ist für dich etwas Besonderes?
Jemand, der sich entblößt?
Nackt ist?
Verletzlich und schwach
Vergänglich und brach
Früher habe ich mir noch Gedanken gemacht
Als die Welt für uns noch in Ordnung war
Nun, wo alles in Scherben liegt
Und der stolze, kreischende Falke nicht mehr fliegt
Können wir nur noch verlieren
Und alle Gefühle gefrieren
Menschen sind Glas
Durchsichtig
Agieren wie Roboter, wie Maschinen
Bald müssen wir ihnen dienen
Sie nehmen uns gefangen
Und wir müssen um unser Leben bangen
Das ist alles nicht mehr normal
Wir erleben hier auf der Erde eine Höllenqual
Doch das Leben findet jetzt statt, nicht später
In der Gnade meiner Intelligenz
Stirbt die Langeweile
In der Weite meines Horizonts
Stirbt die Dummheit
NICHTS
Ein einziger schwarzer Tag
Er zieht sich ewig hin
Kein Lächeln
Keine Schreie
Endlich nicht mehr
Es ist plötzlich so still geworden
Keine Schreie mehr
Keine Rufe
Nach Hilfe
Keine Klagelaute
Einfach
Nichts
~ vor 2010 ~
SOLDAT
Soldat, steh gerade
Die Projektile schlagen neben dir ein
Du fürchtest dich nicht
Denn du bist etwas Besonderes
Dienst deinem Lande
Glaubst noch an das Gute
Neben dir fällt dein Kamerad
Blutend und schreiend
Du kannst ihm nicht helfen
Er entgleitet dir – stirbt seinen Tod
Du versuchst, dich zu retten
Und doch weißt du, dass du sterben wirst
Im Jenseits schneit es Asche
Soldat, liege starr in deinem Grab
Rühr dich nicht, steh nicht auf
Drohende Gefahren um dich herum
Die Schwärze verschlingt den letzten Schmerz
Tu deinen endgültig letzten Atemzug
Und entgleite – in die ewige Nacht
VERLASSEN
Wüsstest du, was ich durchleide
Jeden Tag auf Messers Schneide
Würdest du mich weiter quälen
Weiter deinen Hass mir säen?
In mir stecken zwei Persönlichkeiten
Die sich ständig miteinander streiten
Sollte man den Gefühlen nachgeben
Oder in weltlicher Sicht leben?
Die Allgemeinheit kratzt mich nicht
Sie versperrt mir meine Sicht
Könnte ich dir nur irgendwie helfen
So wie kleine, versteckte Elfen
Jedoch stellst du nur auf stur
Und verursachst mir Qualen pur
Eines solltest du nur wissen
Ohne dich ist alles beschissen
Warst mein Freund
Nie mein Feind
Du hast mich sehr verletzt
Dich einfach über mich hinweggesetzt
Ahntest du nicht meine Pein?
Nun ist jeder für sich allein
ILLUSION
Überwältigt von so viel Schönheit
Beängstigend die Realität
So kalt dein brennend‘ Herz
Vermag nicht mehr weiterzuschlagen
Vereinnahmt vom Strudel der Gefühle
Himmelhoch jauchzend
Zu Tode betrübt
Schenk‘ mir heiße Tränen
Lass‘ sie gerinnen in den Tiefen meiner Pein
Kannst nicht gewinnen, kannst nicht sein
Die äußere Hülle ist nur Schein
Betrachte dein Antlitz in Stille
Ehrfürchtig kniend vor dir
Zutiefst mit dir verbunden
So schnell wieder entschwunden
Hältst du Stand in der letzten Schlacht
Am Abgrund Feuer, lodernd heiß
Kein Schicksal ist für dich gemacht
Bezahlen muss jeder seinen Preis
Verzeih‘, wenn ich mir Stille wünsche
Lärm kommt von ganz allein
Darum genieß‘ die lautlose Klage
Geh‘ nieder zu uns’rem heiligsten Schrein
Es ist kein Gral
Bei Weitem nur reine, schöne Qual
Es gilt, sie mit Freuden zu ertragen
Und niemals die Gründe zu hinterfragen!
DIE SCHAUKEL
Es war einmal – so fängt alles an
Ein kleiner, zotteliger, alter Mann
Er lebte stets in seinem Haus aus Holz
Nach drei Jahren starb er, hinterließ seinen ganzen Stolz
Niemand wusste so recht, wer er war
Jeder hielt ihn für ziemlich sonderbar
Dann stellte sich heraus, dass es stimmte
Der alte Mann besaß eine Flinte
Man erklärte ihn für wahnsinnig und dumm
Was keiner wusste: Sein Bein war krumm
Im Dunkeln sah er furchterregend aus
Wenn er am Fenster saß, in seinem Haus
Mit der Zeit vergaß man diese Geschichte
Das alte Häuschen machte man zunichte
Es brannte ab, was kam stattdessen?
Eine Schaukel aus Holz, von Kindern besessen
Und selbst wenn kein Kind auf dieser Schaukel sitzt
Sie bewegt sich von selbst – ob’s stürmt oder blitzt!
ANGST
Dunkelheit, Stille im Zimmer
Nebenan ein klägliches Gewimmer
Furcht durchfährt meinen Körper, Schmerz
Die bittere Angst durchbohrt mein Herz
Leblos, wie gefroren sitze ich hier, allein
Warum kannst du jetzt nicht bei mir sein?
Deine Liebe fehlt meiner Seele
Ich will zu dir, jetzt auf der Stelle
Nebel kehrt ein, das schaudernde Gefühl
Plötzlich wird es im Raum sehr kühl
Die Schreie verblassen, es wird still
Niemand weiß mehr, was er will
Keiner überlegt, wonach wir uns sehnen
Natürlich nach Liebe, welche man darf nicht erwähnen
Tot, gestorben, Einsamkeit
Nach diesen Zeilen bin ich zu allem bereit
Angst? Ich? Niemals zugegeben
Doch immer schön, sie zu erleben!
SIEG DER NACHT
Draußen dämmert es schon
Die Vögel begrüßen einen neuen Tag
Des Schlafens müde und zuwider
Sind so manche wach geblieben
Sie brüllen, schreien, laut
Hundegebell
Gemurmel
Der Morgen erwacht
Die dunkle Nacht
Ist noch nicht um
Doch irgendwann
Mitnichten
Wird sie wieder über den Tag siegen!
DER TANZ
Schwarzer Engel, breite aus deine Schwingen
Komm über mich
Wärme mich mit deinem Samtgefieder
Lass‘ zurück all die Zweifel
Beende dein Leid
Beende dein Verlangen
Deinen Schmerz zu fühlen
Ist Wohltat in meiner Seele
Ihn aufzunehmen meine Begierde
Darum tanz mit mir
Nicht mit dem Tod
Er bringt die Dunkelheit
Ich das Licht
Rette mich und uns beide
Vertrauen ist meine Gabe
Lass dich fallen
Tief hinab
In das Herz meines Wesens
FORBIDDEN LOVE
Wenn die Tränen kommen, halte sie nicht auf
Lass ihnen ihren unbändigen Lauf
Es wird Zeit, wieder ein paar zu vergießen
Und sich danach der Welt zu verschließen
Die Nacht bringt mich ein Stück näher zu dir
Im Schatten der Träume sprichst du zu mir
Hast mich in deinen Bann gezogen
Und mich schon wieder um meinen Schlaf betrogen
Jeder Gedanke endet in süßen Schmerzen
Und führt mich direkt zu deinem Herzen
Ich begreif‘ es nicht, wie kann es nur sein?
Du denkst sicher, ich finde das fein
Willst du mich vollends vernichten?
Worauf soll ich für dich verzichten?
Hier ist mein Leben, ich schenke es dir nun
Was wirst du als nächsten Schritt tun?
Du willst meine Seele, sie für immer besitzen
Kannst du sie denn überhaupt beschützen?
Du musst es wieder rückgängig machen
Anstatt ein neues Feuer zu entfachen
Ich flehe dich an, bleib mir fern
Und hast du mich auch noch so gern
So zerstörst du uns beide
Siehst du nicht, wie ich leide?
Ich kann nicht mehr, bin fast schon zerbrochen
Hab mich bereits ins letzte Loch verkrochen
Das Elend will ich nicht mehr ertragen
Es schlägt mir zu sehr auf den Magen
Dabei ist es ganz einfach, willst du es wissen?
Alles, was ich will, ist dich zu küssen!
IN MEINER ANDEREN WELT
In meiner anderen Welt
Fühle ich mich sicher und geborgen
All die Schmerzen sind aufgehoben
Nichts trennt mich mehr vom Glück der Liebe
Meine Erlösung ist mir sicher
Ich bekomme meinen Frieden
Ich erreiche meine Ziele
In meiner anderen Welt
Gefallen in einen Zustand
Kein Erbarmen, kein Entkommen
Kann es spüren, überall um mich
Die einladende, verführerische Dunkelheit
Und ich steige hinab
Wieder auf’s Neue – ohne Reue
Ich bin, was ich bin
Es lässt sich nicht ändern
Nur
In meiner anderen Welt
EIGENTUM
Niemand kann dich jetzt noch retten
Hör endlich auf, dich zu verstecken
Denk erst gar nicht daran, zu flieh’n
Deine Schreie hier unten verglüh’n
Du hast nach mir gerufen
Und ich erschien im nächsten Augenblick
Zerrte dich hinunter meine Stufen
Es gibt für dich kein zurück!
Lass dich doch einfach fallen
Ich zeige dir meine dunkle Welt
Du versuchst, dich an Erinnerungen zu krallen
Doch um die ist es schlecht bestellt
Du brauchst mich noch immer
Sitzt in deinem einsamen Zimmer
Schweigend, denkend an mich
Zerbrichst du langsam innerlich
Auch wenn du versuchst, dich zu wehren
Wird sich dein Herz nach meinem verzehren
Ich brauche dich nicht zu belehren
Denn du wirst ewiglich mir gehören!
FERNWEH
Ich wünschte, ich wäre an einem Ort
Fern von zuhause, ganz weit fort
Keine Minusgrade, nur heißer Sand
Nur wir beide an diesem Strand
Am Abend feiern Menschen Feste
Und laden uns ein als Ehrengäste
Wir tanzen und lachen, sind ausgelassen
Keine Sekunde möchten wir verpassen
Die Luft riecht nach Salz, es brennt ein Feuer
Ein Boot fährt vorbei, ein Mann steht am Steuer
Alles ist friedlich und wunderschön
Ein solcher Traum sollte niemals vergeh’n
Stattdessen sitze ich hier im Wohnzimmer
Mein Gemütszustand wird immer schlimmer
Ausbrechen werde ich wohl niemals von hier
Dieses Glück passiert anderen, nicht mir
So werde ich bis an mein Ende Gedichte verfassen
Und euch daran stets teilhaben lassen
Sehnsucht ist nur ein einziges Wort
Doch für den Moment bringt es mich fort!
SEHNSUCHT
Zerfetzt mich nun der Schmerz
Wo ist nun mein starkes Herz?
Jeder Gedanke gilt alleine dir
Bitte sei endlich für immer bei mir
Meine Hilferufe kannst du nicht hören
Jedoch lasse ich mich nicht zerstören
Deinen Herzschlag an meinem Ohr
Es schlägt so laut wie nie zuvor
Ohne dich ist das kein Sein
Ich möchte am liebsten ganz laut schrei’n
Trockne meine sinnlosen Tränen
Erwecke mich zu neuem Leben
Niemals wieder Abschied nehmen
Kein Gedanke mehr ans Grämen
Führe mich aus meiner Dunkelheit
Mit dir bin ich zu allem bereit
Nimm meine Seele, sie gehört nicht länger mir
Und trage sie ewiglich bei dir!
~ 2010 ~
BESSER SO
Du hast mir weh getan
Du hast mich zurückgedrängt
Du hast mich verabscheut
Du hast mich behandelt
Wie ein wildes Tier
Du hast mich zurückgestoßen
Du hast mich nicht angenommen
Du hast dich vor mir geekelt
All diese Dinge
Verzeihe ich dir
All diese Dinge
Verabscheue ich
An dir
Du siehst mich an
Du siehst von mir ab
Du siehst in meine Richtung
Du siehst weg von mir
Immer wenn du mich ansiehst
Vergeht ein Leben
Immer wenn du mich ansiehst
Vergeht eine Welt
Deshalb
Sieh mich nicht mehr
Spüre mich nicht mehr
Atme mich nicht mehr
Lebe mich nicht mehr
Es ist besser…
Besser so…
GEDANKEN
Bist du in meinen Venen erst, musst du verzeih’n,
Aber da gibt es nichts zu bereu’n
Die Angst, die du trägst, ist vergebens
Sie entbehrt eines jeden Strebens
Denn es ist bereits vollbracht
Heute zur Stunde, in dieser Nacht
Hast du mich zu einem von DIR gemacht.
Du heulst, doch es ist bereits gescheh’n
Wir werden gemeinsam untergeh’n
Deine Krallen bohren sich in mein Fleisch
Du wirst es ertragen – mein Gekreisch!
Kannst nichts mehr ändern daran, ich bin Dein
Denn so sollte es schon immer sein
Die Schmerzen in mir, die werden vergeh’n
Und auch Du wirst es irgendwann versteh’n
Dass der Mensch niemals perfekt sein kann,
Die Triebe lenken ihn, dann und wann…
Doch ach, es ist nur allzu schön,
Gemeinsam unterzugehn…
Siehst du die Sterne am Horizont - so klar,
Sie glänzen einfach wunderbar…
Denkst Du, dass ich nicht bei Sinnen bin?
Nun, es führt alles allein zu DIR hin!
Dein Tun, Dein Sein, Dein Machen,
Lässt jeglichen Sinn bei mir erwachen!
Du trennst mich entzwei, fügst mich wieder zusammen,
Bei Dir fühle ich mich nicht länger gefangen!
Und machst Du auch manchmal ein trauriges Gesicht,
Dann baue ich Dich wieder auf – und verzage nicht!
Wir sind Eins, sind die allumfassende Bastion,
Wer hat eine solch zukunftsweisende Einstellung schon?
Da draußen rennen umher vielerlei Gestalten,
Doch Du lässt sie alle neben Dir erkalten!
Diese Einheit, das sind wir alleine
Wir kommen ohne Hilfe wieder auf die Beine!
Wirklich großartig, Dich zu kennen,
Doch sollten wir Dich auch mal beim Namen nennen?
Das, was Du bist, trägst Du in Dir,
Es beherrscht Dich, wie ein Geschwür…
Bin ich gänzlich Dein, lasse ich mich fallen?
Erwarten mich dort unermessliche Qualen?
Ich habe Dich durchschaut,
Der Himmel vor Dir ergraut,
Die Unterwürfigkeit gibt es nicht
Sie hat ein völlig anderes Gesicht
In meiner Welt gibt es nur die Dunkelheit
Und die zu sehen, dazu ist nicht jeder bereit…
Zerstöre, erschaffe, gib Dich völlig hin,
Besteht nicht doch alles aus dem reinen Gewinn
…?
Die Menschheit ist falsch, so steht es geschrieben
Sie fühlt, sie denkt, doch wird sie jemals dazu getrieben,
Eigenständig zu handeln und zu lenken?
Werden wir jemals das wahre Leben erdenken?
Wie kannst Du nur hier sitzen, so starr und stumm?
Dreht sich nicht schön langsam Dein Magen um?
Es liegt an Dir, etwas zu tun,
Doch wagst Du diesen Schritt nun?
Um es wirklich zu wagen,
Bedarf es einigen Fragen…
Fühlst Du Dich stark genug, MIR zu widerstehn?
Kannst Du die reinen Gedanken vor Dir seh’n?
Die Träume zu verwirklichen, ist reine Utopie,
Doch das verstehen wir Menschen N I E !
Wir streben nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Vollkommenheit –
Doch dazu sind alle anderen wieder nicht bereit.
Es ist sinnlos, noch weiter zu dichten,
Denn da draußen warten noch viele andere Geschichen,
Die es zu erzählen gilt
Der Hunger nach Macht ist niemals gestillt…
ICH SEHE EUCH
Kann es nicht mehr ertragen
Das Licht
Auch wenn es dämmert
Kann es nicht mehr ertragen
Die Dunkelheit
Auch wenn es dämmert
Kann es nicht mehr ertragen
Das Zwielicht
Zwischen den Fronten
Kann es nicht mehr ertragen
Den Schmerz
In meiner Brust
Ich fühle mit euch
Fühle euch vergehen
Fühle euch vergessen
Fühle euch sterben
Und erst dann
Wenn keiner mehr da ist
Wenn keiner mehr wahr ist
Erst dann
Sehe ich euch
~ 2011 ~
WINTERSPAZIERGANG IN WIEN
In einen Mantel gehüllt
Voller Zuversicht
Gehe ich Schritt für Schritt
Unter mir knirschend
Der Schnee
Kälte streift über mein Gesicht
Doch das kümmert mich nicht
Verloren und nackt die Bäume
Bald werden wieder Blätter wachsen
Ich nehme deine Hand
Deine Augen strahlen nur für mich
Wärmen mein Herz und meine Seele
Und die Krähen am Spielplatz
Sehen uns zu
Zuhause gibt es heiße Suppe
Nur mit dir möchte ich sie essen
Und danach in deine Arme sinken
Mit Vorfreude
Auf den nächsten Winterspaziergang
SCHWACHES HERZ
Entlang des dunklen Pfades
Der Boden blutrot
Von Opfern gesäumt
Die Schreie nimmst du wahr
Doch verschließt du dein Herz
Es muss weitergeh’ n
An endlosen Straßen
Keine Wegkreuzung in Sicht
Nur der Tod kreuzt deine Wege
Wie sie da liegen, so leblos
Kannst keine Hoffnung ihnen geben
Der tiefere Sinn wird dir bewusst
Keine Rast, keine Ruh’
Immer weiter, bis die Erschöpfung dich besiegt
So liegst du nun im eig’nen Blut
Zeig deinem Feind niemals dein schwaches Herz
Steh‘ auf, sei mutig, geh voran
Nur ein Atemzug lässt dich erblinden
Steht zwischen dir und dem Sieg
Es überkommen dich Hunger und Durst
Unterdrückung ist die Größte aller Gaben
Was gäbest du für einen Tropfen Wasser
Die Erniedrigung ist zu groß für dich
Zeig deinem Feind niemals dein schwaches Herz
Dies kann dich das Leben kosten
Fühle all deine Jahre, den Schmerz
Lass nie deine Rüstung verrosten
Steh‘ zu dir und deinen Fehlern
Etwas anderes hast du nicht
Steige über all diese Gräber
Du wirst sehen, da ist ein Licht
Und bist du des Kämpfens müde
Keine Rast, keine Ruh‘
Immer weiter, der Feind plant seine Züge
So schließt du deine Augen für immer
zu
SINNHAFTIGKEIT DES SEINS
Ich stehe auf, morgens aus dem Bett raus
Geht mir zwar auf die Nerven – pfeif drauf
Es ist die Pflicht, die jeden von uns ruft
Hat die Arbeit noch Sinn?
Was mache ich hier bloß?
Dazu da, um zu dienen
Zu funktionieren, nicht krank zu sein
Sei es auch noch so unwichtig
Du wirst reduziert
Bist du auch noch so tüchtig
Abgekanzelt, ungeniert
Versuchst, stets nett zu sein
Dabei stellt man dir immer noch ein Bein
Du bist wütend, auch frustriert
Unmotiviert
Kein Wunder! Du wirst blasphemiert
Selbst wenn dich jemand attackiert
Spielst du die Gute, unzensiert
Wie ein Felsen so stark
Ist das Leben schon hart
Bleibst du standhaft?
Holst dir genügend Kraft
Mach nur so weiter
Keiner wird so gescheiter
Man lebt nur ein Mal
Es gibt nichts geschenkt
So sei jegliche Qual
Zum Guten gelenkt!
~ 2012/2013 ~
ZU
Friede
Ein Glücksgefühl
Oder nur
Ein Bote
Der Hoffnung
Es herauszufinden
Ist eine Sache
Es zu fühlen
Eine andere
Befreit durch Emotionen
Befriedigt durch Taten
Befreit durch Handlungen
Befriedigt durch Ergebnisse
Wir leben in einer kranken Welt
Die sich entstellt
Es zu verhindern
Ist eine Sache
Es zu tun
Eine andere
Befreit durch Gefühle
Befriedigt durch die Durchführung
Befreit durch das Ergebnis
Sind wir nicht alle gleich?
Haben wir nicht alle dieselben Bedürfnisse?
Diese Frage stellt sich nicht länger
Jetzt
Wo es zu spät ist
Zu denken
Zu verhindern
Zu erkennen
Zu handeln
Zu sterben
Zu
NEID, ELEND, KRIEG
Ich komm' aus meinem Grabe
Kann nicht verstehen
Komme da her, wo ich mich labte
Was soll hier nur entstehen?
Ausgesetzt, in einer Hölle von Gier
Roboterwesen, gleich links von hier
Zurückgelassen in einer Welt voll Spott
Menschenwesen gepackt, getrieben vom Tod
Es erscheint, als wär' hier nichts gewesen
Unten am Friedhof die Menschen verwesen
Ist das der Normalzustand der Leute?
Macht man das so heute?
Wenn die Andersdenkenden aufwachen
Gibt es Neid
Ich wurde zurückgelassen voller Blut
Es tat mir sehr weh, tat mir nicht gut
Doch wusste ich, mich zu verkriechen
Wollte nicht als Leiche dahinsiechen
Stellte mich tot, doch insgeheim
Hoffte ich auf ein Wunder, wie gemein!
Wenn die Andersdenkenden aufwachen
Gibt es Elend
Es scheint, als wär' hier nichts gewesen
Dieser Planet, ausgelaugt und voller Spesen
Komm von weit her, aus meinem Grabe
Wie sinnvoll ist hier noch meine Gabe?
Zu retten, was nicht zu retten ist
Hier erstreckt sich der Menschen letzte Frist
Wenn die Andersdenkenden aufwachen
Gibt es Krieg
~ 2014 ~
KANN NICHT
Meine Hände, sie zittern
Alt sind sie geworden
Aus feinen Linien sind grobe entstanden
Im Laufe der Zeit
Meine Beine, sie schlottern
Gebrechlich und schwermütig
Aus grazilen Gliedern sind Krampfadern entsprungen
Verbleiben dort in Ewigkeit
Versuche, das Positive zu sehn
Die Erde wird sich ohnehin weiterdrehn
Kann nicht
Auf der Straße liegt nur noch Dreck
Kein Kehrer fegt ihn mehr weg
Schicht über Schicht
Ich seh hier kein Licht
Abgestandene Weine
In den Cafes tummeln sich die Keime
Die Zeitung am Ständer gibts nicht mehr
Neue Ordnung, bitte sehr!
Kann nicht
Meine Tränen kannst nur du sehn
Du hörst auch meine stummen Schreie
Dankbarkeit durchflutet mich
Liebe für dich
Kann nicht
DER KARTON
Lärm am Morgen macht mich krank
Halte hier Wacht, bekomme keinen Dank
Lang sind die Nächte, die Tage sind kalt
Der Karton schützt, gibt etwas Halt
Ein Windstoß fegt meinen Hut davon
Verachtung ist mein Lohn
Es wird schön langsam wärmer
Neben mir picken Spatzen ihre Körner
Die ersten Blätter, wunderschön
Der Karton, ich kann ihn nicht mehr sehn
Hat kleine Löcher, feine Risse
Riecht nach Krankheit, riecht nach Pisse
Jetzt wird’s heiß, muss mich bedecken
Das Sonnenlicht lässt mich sonst verrecken
Um mich macht man einen Bogen
Der Karton ist hinüber, man hat mich betrogen
HAPPY DAY, wie ungerecht
Das hier ist mein Leben, real und echt
Bunte Blätter rascheln um meine Beine
Spaziergänger wollen nicht sehen, dass ich weine
In dieser Zeit hatte ich damals alles verloren
Wurde auf dieser Bank neu geboren
Siehe da, ein neuer Karton
BELLA VITA, was für ein Hohn
Schneeflocken tanzen auf meinen Haaren
Muss allem trotzen, den Schein wahren
Lang sind die Nächte, muss bald nicht mehr frieren
Einen einzigen Blick will ich nochmal riskieren
Hab mich geirrt, der Karton, er ist rot
Und seine Aufschrift lautet TOD
ANGEKOMMEN
Alltägliches Frühstück, Müsli und Kaffee
Zeitung lesen, Rätsel auflösen
Hund füttern, Radio einschalten
Es spielt unser Lied
Unvergleichlich, dein Lächeln dazu
Telefonate zu Mittag, wir reden übers Essen
Oder was wir abends unternehmen
Staubsaugen, Küche aufräumen
Ich bin noch immer dort wo ich nicht sein will
Du wartest noch immer täglich auf mich
Eine kühle Brise streift über meine Haut
Du bringst mir die Decke, wickelst mich ein
Jetzt ist mir warm, auch im Herzen
Gemütlich, ganz allein mit Dir
Du siehst mir in die Augen
Flimmernder Fernseher
Endlich
~ 2015 ~
DIE WAHRHEIT
Einst schworen wir uns Einigkeit
Zusammengehörigkeit
Gemeinsames Fühlen
Was wurde daraus?
Benommenheit
Starre
Einsamkeit
Unverständnis
Wir haben uns geliebt
Haben wir uns je gehasst?
Dann fanden wir uns wieder
Einfach so, ausgeblendet, die Zeit davor, die Zeit danach
Ausgeblendet
Es kam mit der Zeit
Denn die Zeit heilt alle Wunden
So sagt man
Spürbare Verzweiflung in meinen Venen
Ich habe alles in mir aufgesogen
Gegenwart, Zukunft, das, was mal war
Das, was ihr in mir seht, kann ich euch niemals geben
Lass mich doch nur am Leben
Schenk mir einen stummen Abschied
Die Nebelschwaden beschließen Erdbeben
Und das ist alles, was uns von damals blieb
Euer Schweigen straft uns störend
Können keine klaren Worte fassen
Selbstzweifel kommen, wie betörend
Könnt ihr mich nicht in Ruhe lassen?
Verstörend ist unsere Eigenschaft
Normalität steht nicht in unserer Kraft
Wir arbeiten stets in der Fremde, unerkannt
Tragen ab und zu nicht unser eigenes Gewand
Siehst du denn die Schwärze nicht?
Sieh der Wahrheit ins Gesicht!
Höre die Stimme, sie kommt aus meinem Kopf
Wirf alles, an was du glaubst, in ein und denselben Topf
Unglücklich sein ist keine Schande
Du siehst nur ab und zu kein Licht
Es wirft dich zeitweise an die Bande
Doch aufgeben – das willst du nicht!
Ab und zu wirft dich etwas durcheinander
Vergiss nicht, das bin ich
Der graue Schleier über deinem Herzen
Hast du gedacht, ich sehe dich nicht?
Es gibt nicht nur grau, weiß, schwarz, bunt
Die Welt da draußen, sie ist nicht rund
Du kannst nicht sagen, was dir nicht gefällt
Instinkt namens Leben, der nicht anhält
Wiege dich nicht in Sicherheit
Schlage deine Augen auf
Steh stramm, sei stets zu allem bereit
Denn so ist es bei uns Brauch
Zerfließe nicht in Selbstmitleid
Das kann niemand mehr gebrauchen
Du verspürst Freud, verspürst Neid,
Doch daran wirst du dich nicht verstauchen
Zeige niemals dein wahres Ich
Sei niemals Du selbst
Sei niemals Du
Sei niemals
Sei nicht
WANDLUNG
Du wagst es, über mich zu urteilen?
Habe ich dir nicht schon meine Seele geschenkt?
Gibt es nichts anderes mehr, das ich dir geben kann?
Willst du mich vollends vernichten?
Meine Barmherzigkeit hat ein Ende
Deine Berührungen können mich nicht mehr halten
Eine einzelne Träne sucht sich ihren Weg
Allein
Die Kälte überkommt mich
Stille, wie ich sie niemals zuvor verspürte
Es ist so kalt
Halt mich
Halt mich nur noch ein Mal fest
Meine geschlossenen Augen sehen dich
Doch du bist nicht hier
Meine zerstörte Seele schreit
Sie schreit immer wieder nur nach dir
Heiße Tropfen des Regens
Fallen in ein Tal der Kälte
Kannst mich nie begreifen
Kannst mich nie erreichen
Habe alles für dich hingegeben
Mich selbst aufgeopfert, immerdar
Sieh, meine Hände, so weiß, so starr
Erstarrt, in deinem vollkommenen Leben
Dein Innerstes liegt blutend vor mir
Stell es dir vor, oder auch nicht
Die Stille hat nun mein Gesicht
Bekommst es niemals los von dir
In Hoffnung zieht es von dannen
Falsch gedacht, mein Bildnis wird dich bannen
Du schreitest im Wald voll meiner Schmerzen
Und wünschtest, du siehst Engel, die dich herzen
Engel sind nicht das, was sie oft scheinen
Ab und zu muss man ihre Identität verleugnen
Um sich zu schützen, immerdar
Denn sonst ist nichts mehr so, wie es mal war
~ 2016 ~
UNBEDEUTEND
Würdest gerne, doch traust dich nicht
Traust dich, doch kannst dich nicht überwinden
Deine Vorlieben zu ersehnen oder zu finden
Du bist damit nicht komplett alleine
Sieh mir in die Augen, dann weißt du, was ich meine
Hast du Angst, dann geh nicht raus
Schaffst du es doch - Applaus, Applaus!
Cyberzombies überall
Normale Welt - überflüssig fatal!
Die alte Generation stirbt langsam aus
Und wir machen uns nichts daraus
Was bleibt uns noch, außer die Flucht?
Wonach haben wir unser ganzes Leben lang gesucht?
Ist es gut, in der Vergangenheit zu verharren?
Immerhin besser, als vergangene Ideale anzustarren!
Würdest schon gerne, doch du traust dich einfach nicht
Dann bleib doch weiterhin ein unbedeutender Systemwicht!
GOTT DER TRÄUME
Es fröstelt mich, kalt ist's geworden
Im Herbst wird alles unter bunten Blättern verborgen
Sanfte Schritte durch das kühle, raschelnde Laub
Hebt es ruhig auf, fühlt es tief in euch, dies ist kein Raub!
Wer kann schon sagen, wie lange wir noch Blätter haben?
Beeren, Früchte oder andere Gaben
Dies alles schenkt uns Mutter Natur
Und wir zerstören sie, so blind, so stur
Leise Musik, ein Feuerwerk explodiert in der Ferne
Ganz leicht schimmern am Firmament drei Sterne
Sie stehen für Hoffnung, Glaube, Licht
Und verhöhnen mich, denn all dies besitze ich nicht!
Salzgeruch, mitternächtliches Meeresrauschen
Niemand würde im Augenblick freiwillig mit mir tauschen
Der Steg ins Nichts führt ins ewige Schwarz
Dort ist meine Seele zuhause, schwer und klebrig wie Harz
Hast dich schon lange nach mir verzehrt
Bisher habe ich dir immer den Zutritt verwehrt
In mir existiert keine Kraft mehr, um weiterzukämpfen
Unrealistische Worte können die Wahrheit nicht dämpfen
Auf einer saftigen Wiese erblicke ich den ersten Morgentau
Dein Arm, er ist so kalt und grau
Kann mich nicht mehr von dir abwenden
Dies liegt nicht länger in meinen Händen
Bald werde ich das alles nicht mehr sehen
Denn nun bin ich bereit, hinüberzugehen
Morpheus, trage mich weit fort von hier
Meine Träume gehören nun für immer dir
HERDE
Wenn das Licht in sich selbst bricht
Wenn die Schatten verschwinden
Wenn Seelen wandern und sich winden
Wenn der Atem des Nichts nach dir greift
Wenn die einzig richtige Wahrheit in dir reift
Wenn Träume sich von selbst träumen
Wenn Wutausbrüche schäumen
Wenn die Finsternis gewinnt
Wenn das Blut deiner Wunden nicht mehr gerinnt
Wenn Leben einfriert und versiegt
Wenn Helden fallen, verletzt und besiegt
Wenn der Tod schöner ist, als zu existieren
Wenn es schöner wäre, zu erfrieren
Wenn dein Herz nicht mehr schlägt
Wenn man keinen Lärm mehr verträgt
Wenn deine Haut sich löst von deinen Knochen
Wenn du deine Eingeweide hast erbrochen
Wenn Sterne wie Eiskristalle vom Himmel fallen
Wenn Liebende sich aneinander krallen
Wenn die letzte Träne versickert in verbrannter Erde
Dann sei dir gewiss - du gehörst zu meiner Herde!
~ 2017 ~
WEINENDE WELT
Von Zeit zu Zeit hasse ich es
Zu wissen, wie es sich entwickelt
Wäre lieber unwissend und dumm
Verschont
Von all den Unsinnigkeiten
Die sich Realität nennt
Kann man sie denn greifen?
Will man es überhaupt?
Was, wenn es viel schöner ist, zu träumen?
Oder wäre es besser, noch zu hoffen?
Gibt es so etwas noch?
Hoffnung?
So ein großes Wort, niemand bändigt es
Es steht immer und überall
Wenn es schlecht läuft
Doch meistens steht es zuletzt
Dieser Krieg ist bereits ausgefochten
Es ist nichts mehr übrig, was noch in mir kämpft
Kämpfen im großen Nichts
Wäre es poetisch, wenn ich schreiben würde
Dass Blätter umher fliegen
Es irgendwo eine leise Musik zu hören gibt?
Es ist, wie es ist
Musik ist vorhanden, leise ist sie auch
Und wenn ich das Fenster öffne
Kann ich Blätter rascheln
Und bereits die ersten Morgenvögel singen hören
Doch am liebsten würde ich schreien
All meinen Zorn in diese Welt verkünden
Nichts verschönern, nichts auslassen
Irgendwann in längst vergangenen Zeiten
Hatte ich etwas übrig für diese Menschheit
Habe einmal etwas gefühlt
Doch konnte ich so nicht weitermachen
Die Welt weint
Und ich tue es ihr gleich
STILLE DER NACHT
Es ist nicht die Nachtigall
Und auch kein großer, schwarzer Vogel
Oft ist's nur Rauch und Schall
Der Klang einer scharrenden Hobel
Das Geräusch von Nadeln
Wenn sie Stoff durchstechen
Der Lärm von Radpedale
Die die Natur durchbrechen
Was weiß ich denn bitteschön
Was Freiheit bedeutet?
Ist es nicht ein Hohn
Dass man dieses Gebiet beschreitet?
Ein einziger Ton einer Klaviertaste
In unendlicher Stille
Zerreißt alle feinen Kontraste
Des täglichen Wahnsinns Idylle
Flüchtend in die Dunkelheit
Die Menschheit zu jeder Schandtat bereit
Schönheit kann auch in Dunkelheit liegen
Aufgrund dieser Erkenntnis lernte ich fliegen
Mein Schatten, mein alter Freund, er holt mich ein
Kann nicht mehr länger ohne mich sein
Sein Gesang, so lieblich und wunderschön
Möchte ihm folgen, ihn wiedersehn
Höre meine Klage, meinen leisen Kummerschrei
Reißt es dir nicht sämtliche Nerven entzwei?
So verloren, so bedeutungslos
Versetzt du mir den letzten Stoß
Hinein in die Leere, es ist vollbracht
Es wartet die friedvolle Stille der Nacht
WAHNSINN
Vortäuschen
Ein Zustand, der nicht vorhanden ist
Verworren, verloren
Zuviel erzählt, zu viel gesagt
Immer ehrlich
Unentbehrlich
Schmerzlich
Niemals kontinuierlich
Meistens sporadisch
Seltsam vertraut
Und doch gewohnt
Wir müssen hier raus
Sind schon viel zu lange hier
Können nicht gewinnen ohne Dich
Du bist unser Licht
Leuchtest aber nicht mehr
Daher ist unsere Flucht schwer
Wahnsinn ist doch nur ein Wort
Sprich es aus, dann bringt es uns fort
BEREITSCHAFT ZUR REUE
Es kommt nicht darauf an, wie man sein Leben verbringt
Sondern mit wem
All der Erfolg, all das Lob, all die Dinge, die man ins Positive gewandelt
Haben keine Bedeutung
Wenn man sie nicht mit jemandem teilen kann
Den man liebt
Derjenige weiß es erst richtig zu schätzen
Sieht man in den Spiegel, sieht man da
Sich selbst
Oder
Ein Ebenbild des Wunsches?
Des Schreckens?
Wird die gefühlte Hoffnung zur Qual der Seele?
Spürt man sich selbst untergehn?
Kann man diesen Gefühlen entkommen?
Zu viele Fragen, auf die keiner Antwort kennt
In meinem Kopf brennt es danach
Versucht man, sich selbst zu verleugnen
Wird es in einem Desaster enden
Denn das Ich
Wird einen Weg nach Draußen finden
Sich die Straße ebnen
Sich zeigen
Sich offenbaren
Wem auch immer, es ist egal
Solang man sich nur nicht selbst versteckt
Sich verleugnet
Sich aufgibt
Solange man einen Funken Licht sieht
Am Ende des Tunnels
Gibt es Hoffnung für uns
Für uns alle
Ist eine Seele bereit, sich für uns alle zu opfern
Ist es noch nicht zu spät
Habt ihr es noch immer nicht erkannt
Es herrscht Krieg dort draußen auf den Straßen
In deiner unmittelbaren Umgebung
Und sei es nur wegen einer Kleinigkeit
Wir müssen endlich begreifen
Dass es so nicht weitergehen kann
Müssen aufhören, uns selbst, die Menschheit, zu bekämpfen
Löst die Ketten, brecht aus, es ist Zeit
Das Schicksal ist ohnehin unabwendbar
Egal, was auch kommen mag, seid bereit
Zeigt Stärke, steht wie der Fels in der Brandung da
Denkt an eure Verluste, eure Niederlagen
Eure Erfolge, sie erstarben
Lasst euch nicht unterkriegen, zieht weiter
Denn dies ist eure Schicksalsleiter
Steigt ihr hinauf, so wird es sich zeigen
Ob ihr bereit seid, zu bereuen
Und seid ihr dies, dann seid gewarnt
Zu viele sind schon daran verarmt
Das Glück ist nur noch einen Wimpernschlag entfernt
Vielleicht hab ihr nun doch aus eurer Vergangenheit gelernt?
SUCHT
Konnte nie von mir behaupten
Schwach zu sein
Richtig
Nein
Konnte nie von mir behaupten
Hier zu sein
True
Wrong
Die Finger kreuzen sich
Die Wahrheit kommt nie ans Licht
Doch Licht ist alles, was wir jemals wollten
Was wir je ersehnten
Licht
Und alles, was kam, war
Dunkelheit
Falschheit
Lüge
Ich weiß, mit so etwas behellige ich euch lieber nicht
Ihr habt eure eigene G‘schicht
Und die ist bestimmt nicht „nicht“
Nicht die leisen, die verständnisvollen, nein, die lauten Worte müsst ihr hören
Denn diese sind jene, die euch alle verstören
Wir stehen hier, es sind all diese Dinge, die uns lenken
Wir haben uns schon längst nichts mehr zu schenken
Akzeptanz, Liebe, Gerechtigkeit
Sind es diese Worte der Hoffnung, die ihr stumm vor euch her schreit?
Fragt mich etwas anderes, von damals
Es ging um unsere Seele, unseren Hals
Tränen flossen, es gab einen Aufschrei
Der Toleranz, angemerkt, dies nur mal so nebenbei
Verwoben, verschwommen
Haben es trotzdem alle vernommen
Und nicht von uns allen hinweg genommen
Akzeptiert, gelernt, nächster Level, heil voraus
Alles, was nun folgt, wird euer blinder Augenschmaus!
Die bittere Wahrheit wird intensiver, es gibt den tausendsten Kuss
Irgendwann ist auch beim besten Musiktext mal Schluss
Doch dieser Zustand ist nicht zu akzeptieren
Denn man fühlt sich so, als würde man die gesamte Welt verlieren
Sollte man so etwas ernsthaft tolerieren?
Ängste, Zweifel, Atemnöte
Tanzen ohne des Rattenfängers Flöte?
Verloren im Strudel der Zwiespältigkeit
Ist man zu Hass und Leid bereit
Wo ist meine Musik, wo ist mein Text?
Where is my hero, who is next?
Wer kennt mich so sehr, wer ist so perfekt wie du?
Mit dir hatte ich die ganze Welt vereint, für immer, im Nu
Ohne Dich bin ich nichts, warum verlässt du mich?
Bin ich nicht mehr wert als mein verlorenes Ich?
Akzeptiere mich, dann reiße ich dich mit
Und alles, was du dazu brauchst, ist dein alkoholischer Freund Exit
Kannst ihn drücken, ihn halten, ihn liebkosen
Wenn es darauf ankommt, verzichte ich auf sämtliche Almosen
Dieser spezielle Freund ist pflegeleicht, er kommt nur dann und wann
Doch wenn er hier ist, will er den speziellen, den dunklen Empfang
Der Preis bist du selbst, denn er frisst deine Seele
Er lässt dich am Leben, will dir nicht an die Kehle
Klang ist alles, Texte sind unsere Sucht
Musik, so nennt sich unsere gierige Flucht
Hat sie sich einmal zurückgezogen
So sind wir nur noch mit Träumen verwoben
Denn diese haben sich zwischen unsere Tränen geschoben
Doch wir leben, wir können es spüren, unser Herz schlägt stark
Musik und Text gehen uns bis ins Mark
Könnt ihr die Verzweiflung fühlen?
Die Alpträume, die euch unterkühlen?
Zu sehr verstört, die Unwissenden verschwinden
Diejenigen, die nicht fähig sind, so etwas jemals zu empfinden
Können sich getrost der Realität entwinden
Und sich morgen ohne unser Mitleid emotionslos neu erfinden
~ 2018 ~
VERGEBUNG
Mein Innerstes wurde nach außen gekehrt
Schlimme Gefühle zugelassen, habe mich nicht gewehrt
Ein Abend voll Glück, so harmlos hat er begonnen
Im tränenreichen Abschied ist er zerronnen
Mein Körper verspürt Angst und Schmerz
Zur Verzweiflung erkaltet ist mein brennendes Herz
Viel zu schnell haben wir uns gehen lassen
So konnte es geschehen, dass unsere Lieder verblassten
Im Wein liegt die Wahrheit, das haben wir gesehen
Zuviel davon, dann konnten wir nichts mehr verstehen
Unsere Seelen wurden bewohnt von Aggression
Verletzende Worte waren der letzte Lohn
Wir hatten mal einen Zusammenhalt
Kurzzeitig hatten wir uns nicht in unserer Gewalt
Ist es egoistisch oder gar vermessen
Wenn ich mir wünschte, diesen Zustand zu vergessen?
Freundschaft ist ein wichtiges Gut
Um sie zu erhalten, gehört ein großes Stück Mut
Es liegt mir viel an dir in meinem Leben
Und es ist deine Entscheidung, mir zu vergeben!
DER TOD
Verschlungene Wege
Niemals gegangen
Verbotene Zonen
Niemals betreten
Verworrene Gedanken
Niemals zu Ende gedacht
Doch dieses Gefühl
So unbeschreiblich
So unbezahlbar
So echt
Verborgene Pfade
Niemals erforscht
Verwegene Gestalten
Niemals zugehorcht
Verdrehte Lügen
Niemals hinterfragt
Doch diese Gedanken
So unergründlich
So fremd
So schlecht
Ist es zu begreifen
Wie sich die Ewigkeit anfühlt
Ist es zu erfassen
Wann es im Garten Eden blüht
Ist es zu verhindern
Was uns allen nun droht
Ist es noch aufzuhalten
Wie sich anfühlt
Der Tod
~ 2020 ~
IRGENDWO BRENNT NOCH EIN LICHT
Kalt ist es draußen
Auf der Bank vor dem Bach
Dahinter die Sträucher
Alle Spinnweben längst eingefroren
Keiner kann sich darin verfangen
Und der Bach fließt dahin
Zieht seine Wege, seine Bahnen
Rinnt unaufhörlich
Es ist Winter geworden hier im Tal
Es gibt noch Gnade abseits des Wassers
Abseits der Menschen und des Hasses
Irgendwo brennt noch ein Licht
Wärmende Suppen kochend, dampfend und voller Leben
Dies ist Winterzeit, so, wie man sie früher kannte
Nur ohne Schnee, ohne das viele Weiß
Blanker Asphalt, Regentropfen, Stürme und nichts weiter
Trotz alledem Temperaturen unter null
Schutzlos und ohne Mantel, jedoch friere ich nicht
Irgendwo brennt noch ein Licht
Ausgeblendet des Alltags Depressionen
Nachdenklich sitzend auf dieser Bank
Vor mir der Bach, hinter mir die Sträucher
Keine Spinnen weit und breit
Alle haben sich im Herbst geopfert
Tief in mir die Sehnsucht nach der Sonne
Kann sie nicht ausgraben, sie nicht fassen
Stetig leises Rauschen bei Tag und bei Nacht
Traumlos sinke ich ins Land der Sterne
Denn ich weiß, dort in der Ferne
Irgendwo brennt noch ein Licht
Mit einer einsamen Träne sitze ich auf meiner Bank
Der Bach vor mir längst nur noch ein Rinnsal
Keine Fische, kein Plätschern, kein Leben
Bald zur Gänze versiegt
Seltsame Spinnweben über mir
Nun kommen sie über den Berg, die ersten Sonnenstrahlen
Zuerst nicht schmerzend, dann gleißend hell
Ich kann sie spüren, die peinigende Hitze
Vernichtend auf der Haut, am Körper, in der Seele
Der Alltag hat mich eingeholt
Wartend, geduldig, wieder auf dieser verdammten Bank
Vor mir der Bach, hinter mir die Sträucher
Ich brauche den Tag nicht
Denn nur für mich und meistens nachts
Irgendwo brennt noch ein Licht
MASCHINIST
Blechspielzeug überall, Vater kommt am Heilig Abend heim
Ich muss aufräumen, schnell, die Unordnung muss weg
Schneeflocken tanzen, werden hereingeweht
Kurzzeitige Kälte breitet sich aus
Doch Mutter ist hier, steht schon seit Stunden am Herd
Alles wohlig warm, ich fühle mich geborgen
Vertrauter Geruch breitet sich aus
Es gibt gefüllten Truthahn und Wein
Doch nur deshalb, weil Vater so ein guter Arbeiter ist
So ein guter
Maschinist
Komme heim von der Schule, sie langweilt mich
Habe alles bestanden, alles gelernt, Zeugnis erhalten
Andere Schüler lasse ich hinter mir
Auch meine Freunde aus der Nachbarschaft
Nun hassen sie mich
Mein Abschluss ist in meiner Tasche, er ist hier
Mutter sagt, kümmere dich nicht um die Anderen
Vater ist gestorben, zu viel Metallstaub in der Lunge
Jetzt kannst du alles tun, was du willst
Doch alles was ich sein möchte ist
Maschinist
Diese Fabrik, Faszination pur für mich, so groß
Ich gehe hinein, führe mich ihr vor, lege mich ihr bloß
So viele Anwärter vor mir, kann ich denn bestehen?
Werde ich erfolgreich sein oder muss ich wieder gehen?
Diese Arbeit ist alles, was ich mir vorstellen kann
Denn ich bin doch nur ein einfacher, junger Mann
Bescheiden und strebsam, ständig Hunger nach Wissen
Werde ich wirklich wieder gehen müssen?
Ich will diese Arbeit, denn ich bin Perfektionist
Und das, was sie benötigen, ist ein
Maschinist
15 Jahre bin ich jetzt schon dabei
Was andere sagen, ist mir wirklich einerlei
Ich bin jetzt großartig in dem, was ich mache
Nun bin ich es, über andere ich nun lache
War selten krank, es grenzt an ein Wunder
Ich bin topfit und sogar noch viel gesunder
Denn mein Leben ist spannend, es grenzt an Perfektion
Und dafür erhalte ich nun meinen wohlverdienten Lohn
Ihr werdet es nicht glauben, es ist, wie es ist
Denn ich bin tatsächlich nun
Maschinist
Ein Fremder steht neben mir und will mich belehren
Möchte mir mein Leben ins Gegenteil verkehren
Doch leider fehlt ihm die Erfahrung, ich fühle seinen Neid
Er sieht mir direkt in meine alten Augen, jetzt ist es soweit
Stell mir doch bitte die Frage, die dir auf der Zunge liegt
Du weißt immer noch nicht, wie man richtig fliegt?
Ganz einfach, indem man sich verbiegt!
Wie ich glücklich sein kann, mit dieser Arbeit, hier?
Ich bin es sehr wohl, denn diese Arbeit gehört mir!
Bin sehr gut darin, was ich mache, was ich lenke
Dann und wann jemandem sogar ein Lächeln schenke
Enthalte mich dem Konsumzwang der heutigen Zeit
Dafür Geld auszugeben, dazu bin ich nicht bereit
Genügsam zu sein, erachte ich als meine Pflicht
Denn mein Leben lang war ich nur
Ein einfacher, doch großartiger
Maschinist